Vom Fischer und seiner Frau

Märchen der Brüder Grimm

Schattenspiel für Erwachsene, Jugendliche
und Kinder ab 6 Jahren
live erzählt im hochdeutschen Originaltext


Spieldauer: 50 bis 55 Minuten

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Vom Fischer und seiner Frau

Pressestimmen

Märchen

 

 

Einen Schnupperfilm/ Trailer gibt's bei YouTube unter:

https://www.youtube.com/watch?v=9C_Qoq4XN9U&ab_channel=FriedrichRaad

Das Märchen von der Gier. Und der Verschmutzung unserer Umwelt durch diese.
Der Fischer kann seiner Frau nur einen Pisspott bieten. Da ist es doch verständlich, daß Ilsebill zu Hause die Decke auf den Kopf fällt,
daß sie von der unendlichen Bescheidenheit und Genügsamkeit Ihres Gatten auf die Palme getrieben wird. In dieser Situation taucht ein Dritter
auf. Der Fischer fängt einen sprechenden Butt und schenkt ihm das Leben.

Nun meint Ilsebill:
Eine Hand wäscht die andere: geh hin und wünsch uns eine Hütte, wünsch uns ein Schloß.

Ihre Wünsche werden immer maßloser. Und der Fischer ist nicht in der Lage ‚Nein‘ zu sagen.
Er hat Angst, seine Frau würde ihn verlassen, wenn er nicht tut, was sie will... Und Ilsebill wird
immer unzufriedener, je mehr sie hat, je mächtiger sie wird.

Unser Planet, das Meer, die Natur kommt dabei völlig aus dem Gleichgewicht. ...die Berge bebten und
die See rollte in so hohen und schwarzen Wellen, so hoch wie Kirchtürme und Berge, und die hatten alle
oben eine weiße Krone von Schaum auf...
So zeigt uns das Meer seine Grenzen und unsere Grenzen und
daß wir Menschen Teil der Natur sind und uns selber schaden, wenn wir sie nur ausbeuten und zerstören.



Bildergalerie:

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Meer grün -Vor der Hütte


Vom Fischer und seiner Frau

M�rchen in sechs Behausungen und sieben Meeresstimmungen:
Pi�pott- kleine H�tte- Schlo�- K�nigs-, Kaiser- und Papstpalast

Die Kernpunkte der Inszenierung

-die psychologischen Verflechtungen des Paares. Auf den ersten Blick scheint der Fischer der gutm�tige, brave Mann und seine Frau Ilsebill das
b�se, gierige Weib zu sein. Doch bald wird klar, der Fischer, der eigentlich immer nur seine Ruhe haben m�chte und Ver�nderungen f�rchtet,
der einen erschreckenden Mangel an Phantasie und Einf�hlungsverm�gen an den Tag legt, ist mitverantwortlich f�r Ilsebills nicht zu befriedigende
Gier und Unzufriedenheit.

-die Dynamik der W�nsche: Erst will Ilsebill nur eine kleine H�tte haben, ein verst�ndlicher Wunsch, denn in den Pi�pott regnet es hinein, es stinkt in
ihm und ist eklig. Es folgt ein Schlo� und dann die Steigerung ins groteske �berma�: K�nig, Kaiser und Papst, bishin zum wahnsinnigen Wunsch
werden zu wollen wie der liebe Gott, der den Sturz zur�ck in den Pi�pott zur Folge hat.

-die Dynamik der Zeit: ist Ilsebill in der kleinen H�tte noch zwei Wochen zufrieden, wird sie schlie�lich an einem Tag K�nig, Kaiser und Papst.

-die Dynamik der Zerst�rung: in sieben Stufen wird das anfangs klare Meer mit jedem Wunsch schmutziger, stinkender und wilder. Zuletzt ein
Weltuntergangsszenario mit schwarzen kirchturmhohen Wogen und bebenden Bergen.

-und dies alles einf�hlsam und humorvoll ohne moralischen Zeigefinger darzustellen, erkennend, da� Ilsebills Ma�losigkeit und die Angst des Fischers
vor Ver�nderung in jedem von uns steckt.

Technik

Vom Fischer und seiner Frau wird vom Theater der D�mmerung als Schattentheater mit ca. 60cm gro�en beweglichen Scherenschnittfiguren aufgef�hrt. Die in der H�he verstellbare B�hne
(4m breit, 2m tief, Mindestraumh�he 2m15) bietet in bis zu 25m langen R�umen bis zu 300 Zuschauern ein stimmungsvolles Theatererlebnis. Wir erz�hlen den hochdeutschen Originaltext- musikalisch untermalt- �live� mit Mikrofonverst�rkung.

Bühnenbilder und Figuren: Roland-Karl-Metzger

Inszenierung und Erzählung: Friedrich Raad (live mit Headset)

Musik: Andreas Starr

Premiere beim Theater der Dämmerung: 1999 Neuinszenierung: 2011 und 2023

 


 

Das trunkene Lied

Ilsebill ist Papst. Nun kann sie doch nichts M�chtigeres mehr werden?! Aber sie bleibt unzufrieden. Es ist Nacht. Neben ihr schl�ft ihr Mann. Nun erklingt
Friedrich Nietzsches Gedicht Das trunkene Lied.
Es ist das letzte Atemholen vor dem Orkan,
eine Mahnung, ein Fingerzeig auf den tieferen Sinn von Unzufriedenheit und Leiden.

 

O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
�Ich schlief, ich schlief-,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht:-
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh-,
Lust- tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit-,
-will tiefe, tiefe Ewigkeit!�

 


Der Butt: Haben und Sein

Die ersten Zeilen der Erz�hlung lassen den Fischer nicht gerade als einen Ausbund von Tatkraft und Verantwortlichkeit erscheinen. Ein statisches Leben wird uns vor
Augen gef�hrt, gepr�gt von immer gleichen Abl�ufen. Der Fischer kann seiner Frau nur einen Pi�pott bieten. Da ist es doch verst�ndlich, da� Ilsebill zu Hause die
Decke auf den Kopf f�llt, da� sie von seiner �unendlichen Gen�gsamkeit� und Ruhe auf die Palme getrieben wird. In dieser Situation taucht ein �Dritter� auf: Der Butt,
ein verwunschener Prinz, verk�rpert das ungelebte Leben der Eheleute. Aus der Zweierbeziehung wird eine Dreierbeziehung, und das bisher eingespielte
Gleichgewicht ger�t v�llig aus den Fugen. W�hrend der Fischer, der wohl schon lange seine W�nsche und Sehns�chte verdr�ngt hat, den Butt schnell wieder
loswerden m�chte, spricht Ilsebill auf die Verhei�ung an.

Nicht weil er seine Frau liebt �bermittelt der Fischer dem Butt Ilsebills W�nsche, sondern weil er seine Ruhe haben m�chte. �Was soll ich denn da noch hingehen,�
mault er. Er zeigt keinerlei Verst�ndnis f�r ihre W�nsche. Ja, beim Butt beschwert er sich �ber sie: �Meine Frau de Ilsebill, will nicht so als ich wohl will.� So ist
seine Selbstlosigkeit in Wahrheit ein Mangel an eigenst�ndigem Ich. Seine Wunscherf�llung enth�lt immer eine Mi�billigung eben dieses Wunsches: �Was du
immer willst!� So kann Ilsebill nicht gl�cklich werden! Ihr tiefster Wunsch und ihr dringendstes Bed�rfnis, als Person angenommen, wertgesch�tzt und geliebt zu
werden, wird ihr von ihrem Mann verweigert.

Doch Ilsebill �bersieht diesen Punkt. Ihre Unzufriedenheit, die stets bleibt, verf�hrt sie zu meinen, sie h�tte nicht genug bekommen. Was sie auf der Beziehungsebene vermi�t, verschiebt sie nach au�en: die H�tte ist pl�tzlich zu klein...
Sie ersetzt also das �Sein� durch �Haben�, Qualit�t durch Quantit�t. Aber �Mehr-Haben� f�hrt nicht zu �Mehr-Sein�, darum steigert sich ihr Haben-Wollen in immer absurdere Dimensionen. Der verzauberte Prinz, der im Butt
auf Erl�sung wartet, wird v�llig mi�interpretiert: Nicht als Repr�sentant einer neuen Qualit�t des Lebens nach der die Seele dr�ngt, sondern als Erf�ller immer groteskerer W�nsche.

Und was steckt unter der Gier? Angst und ein verschlossenes Herz, dem das Vertrauen ins Leben abhanden gekommen ist.

 

 

Der Prospekt